aicara-nein-danke-Glaubenssatz

“ Ich darf Nein Danke sagen, … muss ich aber nicht.“

" Nein danke " hat viele Gesichter und unsere Mitwelt erwartet von uns, dass wir dieses Wörtchen Nein akzeptieren.

Ebenso erwarten wir, dass unsere Mitwelt unser ausgesprochenes "Nein" akzeptiert.

Die Situationen rund um ein Nein gestalten sich oft als schwierig.

Ich zeige dir in diesem Artikel, dass es sehr wohl seine Berechtigung hat "Nein danke" sagen zu dürfen und ich zeige dir ebenfalls, dass ein "Nein danke" nicht immer ehrlich gemeint ist sondern anerzogen sein kann.

Ich hoffe, dass dir die beiden aufgeführten Beispiele zeigen, dass wir alle alte Erziehungsmuster in uns tragen, die wir überdenken und gegebenenfalls ändern sollten.

 

Unsere Erziehung

Von Klein an werden Kinder viel zu oft durch die Erwachsenen mit dem Wörtchen Nein konfrontiert. Ein ausgesprochenes "Nein!" setzt Grenzen.  Grenzen, die unseren Drang das Leben erforschen zu wollen, bremsen.

"Nein, du darfst das nicht. Nein du darfst dieses nicht. Nein, lass das bitte. Nein, du könntest dir weh tun. Nein, das gehört sich nicht. Nein, das macht man nicht. Nein, nein, nein ..."

Auf der anderen Seite nutzen wir selbst das Wörtchen Nein zu unserem Vorteil, nämlich dann, wenn wir für uns Grenzen setzen wollen, wir uns zu unserem Wohl schützen möchten.

Das jedoch wird von vielen Mitmenschen oftmals nicht verstanden und daher ungerne gesehen. Denn viele Mitmenschen fühlen sich durch ein ausgesprochenes "Nein danke" persönlich zurückgewiesen. 

"Nein danke, das möchte ich nicht. Nein danke, das tut mir nicht gut. Nein, zu diesem Zeitpunkt kann ich dir leider nicht helfen. Nein, das Angebot interessiert mich leider nicht. ..."

Die Situationen, in denen ein "Nein!" oder "Nein danke!" für Wirbel sorgen kann sind vielfältig. Hier teile ich mit dir zwei Beispiele, in denen mir dieses "Nein danke" mit seinen Folgen deutlich aufgefallen ist.

 

Beispiel 1

Zwei Mädchen. Sagen wir mal 12 Jahre alt.

Die eine von ihnen hat bald Geburtstag und lädt ihre Freundin zur Geburtstagsfeier ein.

Sie bedankt sich für die Einladung und fragt wer denn noch alles kommt.

Resultat: Es ist kein anderer Geburtstagsgast dabei, zu dem die Freundin ein herzliches Verhältnis hat, außer eben halt zum Geburtstagskind, das sie eingeladen hat.

Außerdem werden alle Kinder am Geburtstag bowlen gehen. Bowlen aber interessiert das eingeladene Mädchen nicht.

Nach reiflicher Überlegung, ob ihr der Bowling-Geburtstag gut tun wird oder nicht, kommt das Mädchen zu dem Schluss, dass sie sich den ganzen Tag nicht wohl fühlen würde, weil eben a) keine Kinder da sind, zu denen sie ein herzliches Verhältnis hat und b) weil ihr bowlen keinen Spaß macht.

Folglich sagt sie dem Geburtstagskind ab.

Das Geburtstagskind versteht die Welt nicht mehr und reagiert wie folgt darauf: "Du musst aber kommen. Du bist doch meine Freundin."

Durch diese Äußerung fühlt sich das eingeladene Mädchen emotional erpresst und weigert sich erst Recht zu kommen.

Wir haben hier eine WIN-LOSE Situation.

Das eingeladene Mädchen hat durch die Fähigkeit sich selbst reflektieren und die notwendigen Konsequenzen daraus ziehen zu können, für sich eine WIN-Entscheidung gefunden, in dem sie diese Einladung sachlich abgelehnt hat. In der Annahme, dass das Geburtstagskind die Angelegenheit ebenfalls sachlich anerkennt, statt sich emotional gekränkt zu fühlen.

Das Geburtstagskind versteht jedoch die Welt nicht mehr und ist ent-täuscht. Sie lebt vielleicht in dem Glauben, dass es Pflicht ist zu tun was andere Menschen glücklich macht, auch wenn man selbst dabei unglücklich ist. Ein Glaubenssatz, den wir seit ewigen Zeiten durch unsere Eltern, Großeltern und Mitmenschen anerzogen bekommen, weil auch diese Menschen es wiederum anerzogen bekommen haben.

Der Glaubenssatz, der seit Generationen weiter gegeben wird lautet: "Das Glück der anderen zählt, nicht dein eigenes. Sonst wirst du aus der Gemeinschaft ausgestoßen. Sonst lieben dich deine Mitmenschen nicht mehr. Sonst denken alle, du bist ein Egoist."

Zwischendurch möchte ich dir gerne eine Buchempfehlung aussprechen. Ich habe das Buch selbst gelesen und als wirklich wertvoll für mich empfunden. Erzählt wird die Geschichte einer christlich lebenden Mutter, die ihr Familienleben nur schwer in den Griff bekam, weil sie zu allen Menschen aus ihrer Nächstenliebe heraus nicht "Nein" sagen konnte. Als sie das gelernt hatte, sah ihr Tagesablauf plötzlich ganz anders aus. Geschrieben wurde das Buch von dem Psychologen Dr. Henry Cloud und Dr. John Townsend, einem Ehe- und Familientherapeut mit eigener Klinik und einem eigenen Radioprogramm. Wenn du auf das Bild klickst, wirst du für mehr Infos weiter geleitet. Es ist ein wirklich wertvolles Buch.

Und nun beschreibe ich mein Beispiel Nr. 2

Die Vorbereitung zum Abendessen laufen. Die Teenager haben Küchendienst und machen für alle Familienmitglieder Hamburger. Sie braten die Patties, schneiden die Brötchen, belegen sie mit Hamburgersoße, geschnittenem Salat, Gurken-,Tomaten- und Zwiebelscheiben. Alle haben gute Laune, die großen, die mittleren, die kleinen Familienmitglieder.

Vom Jüngsten ist der Freund zum Spielen da. Auch er bekommt gleich einen Hamburger. Da klingelt es. Der kleine Freund wird von seinem größeren Bruder abgeholt und gerät prompt mitten hinein in das Feld der guten Laune.

"Möchtest du auch einen Hamburger", wird er gefragt und antwortet mit leuchtenden Augen: "Nein danke, das braucht nicht sein."

"Nein danke" sagt der Mund. "Oh ja gerne" strahlen die Augen.

In diesem Moment zerreißt das Feld der guten Laune etwas.

Unsicherheit entsteht. Da wird ein Angebot gemacht, dass direkt durch verbale Worte abgelehnt wird, obwohl die Augen nonverbal strahlen und genau das Gegenteil verraten.

Eine Lose – Lose Situation, in der es im Moment nur Verlierer gibt.

 

Auch in diesem Beispiel wirkt ein anerzogener Glaubenssatz: "Du hast bescheiden zu sein und höflich abzulehnen".

Wenn doch andere Menschen uns liebevoll ein Geschenk machen wollen und wir das von Herzen gerne annehmen möchten, warum blockiert uns dann noch immer so ein antrainierter Glaubenssatz?

Wir brauchen unseren Kindern diese Bescheidenheit nicht mehr nahe legen. Diese Art der Bescheidenheit kommt aus einer Zeit, in der die Menschen selber Hunger litten, für sich selbst zu wenig hatten und ein "Nein danke" dazu diente anderen nichts von dem Wenigen wegzunehmen.

Diese Situationen gibt es heute in der Regel nicht mehr. Wir alle befinden uns heute in einem Leben, in dem es kein Wegnehmen mehr ist, wenn uns jemand etwas anbietet, dass wir im Moment auch sehr gerne hätten. Ein "Nein danke" wäre nur dann angebracht und ehrlich, wenn das Angebot für denjenigen nicht attraktiv wäre und es aus diesem Grunde abgelehnt würde.

Statt dass alle Menschen in dieser Situation des Beispiels Nr. 2 hätten glücklich sein können, macht so ein "Nein danke" alle Beteiligten in diesem Moment nur sinnlos unglücklich.

Die Situation wurde dann doch noch in eine WIN-WIN-Situation verwandelt, denn der große Bruder und der kleine Bruder bekamen trotz diesem verbalen "Nein danke" einen Hamburger mit nach Hause und sie haben ihn dort gerne gegessen. Das jedenfalls kam als Dank per Whats app Nachricht retoure.

Das sind nur zwei von vielen Facetten, die das Nein danke sagen aufwirft.

Tipp:

Wir dürfen in unserem Leben wie auch bei unseren Erziehungsmaßnahmen bewusster unsere anerzogenen Glaubenssätze hinterfragen und diese gegebenenfalls abändern oder ganz über Bord werfen.

Wir sollten aus jeder Situation eine WIN-WIN-Situation für alle schaffen. Leider ist das durch unterschiedliche Erziehungsstile in den einzelnen Familien nicht immer problemlos möglich. Aber je mehr Familien sich dessen bewusst werden, desto einfacher wird es mit der Zeit, step by step.

Ich hoffe, der Artikel hat dir weiteres bewusst machen können.

Ich danke dir, dass du Interesse gezeigt und ihn dir durchgelesen hast. 

Wenn du noch Anmerkungen oder Tipps zu diesem Thema beitragen kannst, dann schreib sie gerne in die Kommentare.

Für  heute sage ich dann mal Tschüss und lass uns in Freundschaft weiterhin gemeinsam ein Stück auf dem Weg des Lebens gehen: 

go      go on!

Birgit 

 

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